Alternative Apps für Facebook und Twitter.

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Wir benutzen sie täglich. Sie prägen viele Funktionen, die unser Handy erst zu einem Smartphone erheben. Die Rede ist von den elementaren Apps für Facebook und Twitter. Schon die bloße Benutzung könnte aus der Perspektive des Datenschutzes verteufelt werden. Besonders praxistauglich und authentisch wäre das nicht. Dennoch lohnt sich ein Blick auf alternative Apps, die mit einigen Vorteilen gegenüber der hauseigenen Anwendung auf die jeweiligen Dienste zurückgreifen.

Ausgangslage

Die Nutzerzahlen von Facebook und Twitter steigen kontinuierlich an. Der Austausch über diese Plattformen ist vielfältig. Es steht nicht nur private Kommunikation, sondern auch die rasante Verbreitung von Nachrichten des Tagesgeschehens im Mittelpunkt. Um nichts zu verpassen nutzen viele Nutzer Twitter und Facebook nicht bloß am heimischen Computer. Viel bequemer ist es doch, die dazugehörigen Apps aus dem Play- oder Apple-Store zu laden, um beispielsweise den Schnappschuss sogleich in einem der beiden sozialen Netzwerke teilen zu können.

So weit, so gut. Oder doch nicht? Schon beim Installieren der Apps direkt von Facebook und Twitter werden weitreichende Berechtigungen gefordert: Vom Zugriff auf das Adressbuch über die Standortdaten bis hin zum Mikrofon. Viele dieser Daten lesen die Apps regelmäßig aus – auch wenn Sie die App gerade nicht aktiv benutzen (denn diese läuft stets im Hintergrund). Dieser Datenhunger schreckt bereits einige kritische Benutzer ab. Die meisten Facebook- und Twitter-Fans lassen sich hiervon aber (leider) nicht abhalten.

Das Problem lässt sich auch noch von einer zweiten Seite beleuchten. Da die Apps dieser beiden Dienste permanent im Hintergrund laufen, werden dadurch enorm viele Ressourcen gebunden und verbraucht. Darunter ist nicht nur die Rechenleistung und der Arbeitsspeicher von Ihrem mobilen Endgerät, sondern vor allem der Akku betroffen. Gerade die Facebook-App verbraucht viel Strom.

Lösungsvorschlag

Was können Sie gegen die Akku- und Ressourcenfresser einerseits und die (unerwünschte) Datensammlung andererseits tun? Ein erster Gedanke wäre natürlich: Warum Facebook und Twitter nicht einfach auf dem Smartphone direkt über den Browser abrufen? Dieser Weg ist zwar möglich, aber z.B. bei Facebook mit gravierenden Funktionslücken verbunden. Eine dieser Lücken ist die direkte Benutzung des Messengers. Diesbezüglich werden Sie auf die Facebook-Messenger-App verwiesen.

Ganz so einfach ist es also nicht, wenn Sie ohne die angebotenen Apps der sozialen Dienste auskommen möchten. Eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage liefern die sog. „Wrapper“. Hinter dem Begriff verstecken sich alternative Anwendungen für Ihr Smartphone. Diese Apps nutzen einen einfachen Trick: Sie rufen beispielsweise die Website von Facebook auf, wie es ein normaler Browser (egal ob mobil oder auf dem Computer) tun würde – und stellen anschließend die Informationen für den Smartphone-Bildschirm neu zusammen. Im Ergebnis haben sie den gleichen Funktionsumfang, wie am PC oder Mac, aber verzichten trotzdem auf die energie-, daten- und speicherhungrige App von Facebook.

Dabei sind die meisten dieser Wrapper-App-Alternativen schneller und bedeutend datenschutzfreundlicher als „das Original“. Sie fordern nur die notwendigsten Berechtigungen, um Bilder auf Facebook zu veröffentlichen, Netzzugriff zu erhalten und sich gegebenenfalls an bestimmten Orten einzuloggen. Die Nutzer müssen aber weder ihre Identität, noch ihre Telefonnummer oder ihr Adressbuch preisgeben.

Konkrete Alternativen für Android und iOS

A) Für Android 

Geräte mit Android finden im Google-Play-Store zwei gute Derivate. Einmal die App „Messenger for Facebook“ – die als kostenlose Version mit eingeschränktem Funktionsumfang und als Pro-Version angeboten wird. Daneben kann auch „Metal for Facebook“ empfohlen werden.

Meinen persönlichen Tipp erreichen Sie nicht über den Google-Play-Store. Hierfür benötigen Sie den alternativen App-Store „F-Droid“. Dort gibt es eine hervorragende Anwendung namens „SlimSocial for Facebook“. Diese kostenlose Applikation bietet uneingeschränkten Funktionsumfang, bei den niedrigsten Berechtigungszugriffen.

Ebenso über F-Droid gelangen Sie zu einem alternativen Twitter-Client, der sich „Tinfoil for Twitter“ nennt.

 

 

B) Für iOS

Geräte mit Apples iOS können auf „Friendly – One App for Facebook and Messenger“ oder „Puffin“ zurückgreifen.

Fazit

Wenn Sie Ihrem Akku, den Ressourcen Ihres Geräts und außerdem dem Schutz Ihrer persönlichen Daten etwas Gutes tun möchten, dann verzichten Sie nicht auf die Apps von Facebook und Twitter, sondern laden Sie sich schnell und einfach eine Alternative herunter, die um einiges besser ist, als das Original. Auf diesem Wege lassen sich Datenschutz und Praxistauglichkeit zu einem Gewinn verbinden.

Welche App-Alternative überzeugte Sie?

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Titelbild (CCO Public Domain)

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Über den Autor

Mein Name ist Julius S. Schoor. Ich bin Rechtsanwalt und spezialisiert auf IT-Vertragsrecht. Seit 2011 bin ich als Datenschutzbeauftragter TÜV-zertifiziert und bereits für mehrere Unternehmen als solcher offiziell bestellt.

3 Kommentare

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  • Vielen Dank für die ausführliche Erklärung und die plastischen Beispiele. Ich finde die Alternative „SlimSocial“ wirklich besser, als die Facebook-App. Mein Akku übrigens auch. Datenschutz kommt immer ziemlich unsexy daher, aber Sie schaffen es immer wieder eine andere Möglichkeit aufzuzeigen. Weiter so!

    Klaus Hassler 3 Jahren ago Reply


  • Sehr geehrter Herr Schoor

    Nutze seit Heute die SlimSocial App für Facebook.. Dazu hätte ich eine Frage.

    Besteht irgendwie die Möglichkeit, neue Benachrichtigungen besser kenntlich zu machen?? Finde man kann in der Liste der Benachrichtigungen nicht unterscheiden, welche Neu und welche Alt ist.
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Olaf Abelshausen

    Olaf Abelshausen 2 Monaten ago Reply


    • Julius S. Schoor

      Lieber Herr Abelshausen,
      leider kenne ich mich mit der SlimSocial App für Facebook nicht so gut aus, als dass ich Ihnen da weiterhelfen könnte. Vielleicht kann ein anderer Leser Ihnen weiterhelfen. Oder Sie müssten noch mal allgemein im Netz nach einer Lösung suchen.

      Beste Grüße
      Julius S. Schoor

      Julius S. Schoor 2 Wochen ago Reply


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