Youngdata – ein Portal für Datenschutz und junge Leute.

2 min.

Zum Thema Datenschutz gibt es ständig neue Impulse, neue Rechtsprechung und neue Portale, die sich genau diesem Thema verschrieben haben. Youngdata ist das Jugendportal der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder, sowie des Kantons Zürich. Das Angebot ist auf junge Leute zugeschnitten – möchte aber auch die ältere Generation über Informationsfreiheit, kluges Verhalten im Internet und Berichte über die digitale Zukunft unserer Gesellschaft informieren.
Ein Überblick.

1. Das Dauerangebot 

An der linken Seitenhälfte befinden sich Links zu (Dauer-) Themen aus dem Bereich Datenschutz. Hier werden beispielsweise ganz grundlegende Fragen aufgeworfen und konkrete Antworten darauf geliefert:

Was wird durch Datenschutz geschützt?

Welche Rolle spiele ich dabei?“ oder

Mit welchen Tipps kann ich den Datenschutz für mich persönlich erhöhen?

Auf die letztgenannte Fragestellung antworte das Portal mit den „zehn wichtigsten digitalen Geboten“, die schon für sich genommen ganz zentrale Handlungsmaxime für den Schutz unserer Daten liefern.

Daneben nimmt sich das Angebot aber auch konkreterer Problemfelder an. So werden die Grundprobleme von Facebook, Google, WhatsApp und anderen Diensten übersichtlich und verständlich aufgezeigt. Dabei bleiben die Autoren nicht am Punkt der sachlichen Kritik stehen, sondern zeigen hilfreich auf brauchbare Alternativen. Besonders werden hierbei die Bedürfnisse junger Personen in den Vordergrund gerückt. Aber natürlich sind diese Informationen gleichermaßen für Eltern, Verwandte oder Lehrende von großem Interesse. Nicht selten werden sie zu diesem Themengebiet befragt und sollten daher über eine gewisse Expertise verfügen.

Am Beispiel von „Snapchat“ lässt sich gut erkennen, dass sich die App einerseits bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen steigender Beliebtheit erfreut, andererseits bei Eltern und im Lehrerzimmer teils noch unbekannt ist. Ebenso sind die Probleme aus datenschutzrechtlicher Sicht unbekannt. Youngdata stellt den Foto-, Video- und Nachrichtendienst vor, nimmt sich dem sog. „Sexting-Problem“ an und hält schlussendlich einen Leitfaden bereit, mit dem sich die eigene Privatsphäre trotz Benutzung dieser App schützen lässt.

2. Das aktuelle News-Angebot

Neben den exemplarisch genannten Informationen zu Datenschutz, Cybermobbing und Videoüberwachung, wird die Seite unter „News“ auch ständig mit Neuigkeiten versorgt. Hier lohnt es sich regelmäßig vorbeizuschauen. Die Beiträge werden sorgsam ausgewählt und liefern stets einen Mehrwert, auch wenn man sich nicht speziell für Informationsfreiheit, Überwachung oder digitale Selbstverteidigung interessiert. Gerade die technische Entwicklung, die übergreifende Vernetzung und eine moderne Arbeitswelt bieten genug Schnittstellen, um eigene Berührungspunkte zu entdecken. So könnte es beispielsweise für die eine oder den anderen interessant sein, dass die USA neuerdings vor der Einreise auch Social-Media-Accounts abfragt oder die beliebte Taschenlampen App „Super Bright LED-Flashlight“ eine „Datenkrake“ ist.

3. Fazit

Youngdata bereitet zum einen bereits Bekanntes präzise auf und informiert über aktuelle Entwicklungen. Dabei wird eine ganz wichtige Personengruppe in den Fokus gerückt: junge Menschen. Das ist aus meiner Sicht extrem wichtig, denn es geht nicht nur darum, das neuste iPhone Modell richtig zu bedienen, sondern ebenso einen gewissenhaften Umgang mit unseren Daten zu erlernen und eine sichere Handhabung damit zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Ein gesundes Misstrauen zu entwickeln, wann, wo und welche Daten eingegeben werden sollten und wann nicht – das ist nicht immer leicht und offensichtlich erkennbar.

In diesem Sinne: Früh übt sich.

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Über den Autor

Mein Name ist Julius S. Schoor. Ich bin Rechtsanwalt und spezialisiert auf IT-Vertragsrecht. Seit 2011 bin ich als Datenschutzbeauftragter TÜV-zertifiziert und bereits für mehrere Unternehmen als solcher offiziell bestellt.

1 Kommentar

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  • Geil

    Christian Meissner 3 Monaten ago Reply


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